| Ablasshandel in Bayern |
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Samstag, den 13. Dezember 2008 um 12:16 Uhr
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Die Ehrlichen sind immer die DummenAktuelle Entwicklungen beim Nichtraucherschutz in den LändernNach dem zunächst besten und klarsten deutschen Nichtrauchergesetz Deutschlands, das zudem in den ersten ÂWochen des Jahres sehr erfolgreich angelaufen war, hat nun in Bayern ein regelrechter Ablasshandel ÂeinÂgesetzt. Für die Öffentlichkeit weitÂgehend unbemerkt, ist nicht nur das Rauchverbot für Festbetriebe aufgehoben worden, sondern mit einer „UnÂterlassungsÂÂempfehlung“ des bayerischen GesundheitsÂministeriums sprießen nun „RaucherÂkneipen“ und „geschlossene Gesellschaften“ wie Pilze aus dem Boden. An manchen Orten ist eine Situation wie vor dem Gesetz eingetreten: Überall wird munter und ohne Gefahr einer Sanktionierung drauflos Âgequalmt. Besonders hervor tut sich der Münchener StattÂhalter Blume-Beyerle, der wie sein historisches Vorbild Pontius Pilatus (ehemals römische Statthalter in Judäa), seine Hände in Unschuld wäscht und mit seinen lautstarken Horrorszenarien das Nichtrauchergesetz ans Kreuz nagelte. So wurde in ÂMünchen noch kein einziger Cent als Bußgeld erhoben. Verfassungsbeschwerden in Bund und LandPro Rauchfrei hat bereits im August 2007 vor der Verfassungswidrigkeit der Ländergesetze gewarnt, nach denen nur EinraumÂgaststätten ausnahmslos rauchfrei sein müssen, die größeren und kapitalstärkeren Gastwirtschaften mit einem Raucherraum das Rauchverbot jedoch umgehen können. Diese Wettbewerbsverzerrung wurde auf Betreiben des reaktionären Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA in die Gesetzgebung aufÂgenommen, der nun scheinheilig die Wirte zum Widerstand Âgegen seine eigene ÂForderung aufwiegelt. JugendschutzSchon vor einem Jahr hat Pro Rauchfrei von einem mangelnden Jugendschutz in den Ländergesetzen gesprochen. So ist es zwar Jugendlichen unter 18 Jahren verboten aktiv zu rauchen, passiv jedoch dürfen sie in niedersächsischen und vielen anderen DiskoÂtheken rauchen. Dabei wurden Âgerade durch die erschreckend hohe Zahl von PassivÂrauchtoten die Nichtrauchergesetze auf den Weg gebracht. Dieser „KonstrukÂtionsfehler“ wird noch dadurch verschärft, dass sogar Babys und Kinder in die besonders verrauchten Raucherzimmer (im Volksmund heißen sie schon „Sterbezimmer“) mitgebracht und zwangsberaucht werden dürfen, während sie zuhause wenigstens Räume aufsuchen Âkönnen, die von den ÂEltern in der Regel nicht zugequalmt werden (Kinderzimmer, Bad). ArbeitsschutzBesonders effizient war in den ersten Wochen des Jahres der Schutz arbeitender Menschen in der Gastronomie ÂBayÂerns. Begrüßten dort sogar Raucher diese GesetzesÂstrenge, waren es durch UmgestalÂtung von Casinos, Gaststätten und Diskotheken in „Raucherclubs“ nachher umso mehr, die sich an Pro Rauchfrei wandten und fragten, wie sie sich dagegen wehren könnten. Aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes hat sich jedoch noch kein Arbeitnehmer bereit erklärt, einen Musterprozess zu führen, den Pro Rauchfrei auch finanziell unterÂstützen würde. StattÂdessen ließen sich einige Arbeitnehmer sogar nötigen, ein Formular zu unterschreiben, in dem sinngemäß stand, dass sie von Âihrem Arbeitgeber darüber informiert wurden, dass Passivrauch schwere Krankheiten hervorrufen und sogar zum Tod führen kann. AusblickDass letztendlich der Kampf um eine rauchfreie Gesellschaft gewonnen werden wird, darüber besteht für Pro Rauchfrei kein Zweifel. Jedoch wird das noch einige ÂJahre dauern, bis der Verband seine satzungsÂgemäße Selbstauflösung vornehmen kann. Vor 2015 wird dies wohl kaum möglich sein. Diesen Zeithorizont hatte schon 2004 der Vorstandsvorsitzende Siegfried Ermer Âgenannt.
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Gegenüber Rauchern tolerant, solange Belästigungen, Beeinträchtigungen oder Schäden ausgeschlossen sind
Mehr Rechte für Mieter und Eigentümer und die konsequente Achtung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit
Pro Rauchfrei e.V.
Sparkasse Erlangen
Konto 51 004 440
BLZ: 763 500 00